Leben im Zickzack

Heinz Mauch am 4. Mai 2018 um 08:55

Die Digitalisierung verändert den Arbeitsmarkt nachhaltig. Die Meinungen über die Auswirkungen gehen weit auseinander. Während die Wirtschaft in Richtung Flexibilität macht, sieht die Politik eine zunehmende Belastung des Sozialsystems durch Menschen, welche durch den Wandel aus dem Arbeitsprozess ausscheiden. marktwärts meint, Recht haben beide.

Für jüngere Arbeitnehmer ohne Familie bieten sich heute eine Fülle von Möglichkeiten der beruflichen Veränderung. Tüchtige und kreative Leute sind gefragt und gesucht. Eine Anstellung bietet jedoch oft nur noch kurz- bis mittelfristige Perspektiven, die ständige Weiterbildung ist eine Voraussetzung für das berufliche Überleben. Das setzt jedoch auch eine persönliche Disposition voraus, die mit dem Unsteten und Ungewissen umzugehen weiss. Intrinsische Qualitäten wie Selbstbewusstsein in den Bereichen Erfolg, Scheitern, Überfluss und Mangel, Begabung und „Talentfrei“ wollen ebenso ausgebildet sein, wie Fachwissen in den beruflichen Feldern.

Für ältere Arbeitnehmer in festen sozialen und geografischen Strukturen (Familie, Haus, Schule, Vereine, Freiwilligenarbeit etc.) entwickelt sich der berufliche Alltag zunehmend bedrohlicher. Wer nicht über spezifische Skills und spezialisiertes Wissen verfügt, hat ab einem gewissen Alter immer weniger eine Chance auf eine Anstellung. Die Forderung der Wirtschaft auf Erhöhung des Pensionsalters erhält hier einen sehr zynischen Beigeschmack.

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Politik und Wirtschaft müssen sich selbstkritisch zusammensetzen und Lösungen diskutieren, die über die gängigen Profit- und Sozialhilfe-vorstellungen hinaus gehen. Es braucht Modelle für einen Lebensvollzug mit Perspektiven über die gängige Arbeitnehmer-/Arbeitgebervorstellung aus dem Industriezeitalter hinaus. Es braucht eine Ausweitung der wirtschaftlichen Sicht hinein in die gesellschaftlichen Lebensvollzüge (Freiwilligenarbeit, familiäres Engagement, Care) und es braucht neue Ansätze der Finanzierung von Arbeit, die keine Produkte verkauft, sondern Dienstleistungen in verschiedensten Lebensbezügen anbietet und dort Wertschöpfung (als Erhaltung und Schaffung von Lebensqualität) generiert.

Dafür braucht es Menschen, die sich nicht mehr einfach von gängigen „Arbeitgebern“ abhängig machen, sondern sich selber als Arbeitgeber (an sich selber und ev. an Dritte) verstehen. marktwärts leben heisst, in die Richtung leben, wo Bedürfnisse bestehen und erlebte Mangel- und Problemsituationen gelöst werden können. Da tun sich hinter der materiellen Bedürfnisbefriedigung Felder auf, die kreativ erprobt werden sollten und so eine Alternative zur gängigen Vorstellung von Wirtschaft bilden. Der Umbau des Finanzsystems ist eine grundlegende Bedingung der Gewährleistung von Erwerb. Denn Eines ist gewiss: es wird Verlierer geben im jetzt laufenden Umbruch und es ist die Verantwortung von Wirtschaft und Politik als Gestaltungsträger von Gesellschaft, ihre Rolle wahrzunehmen und Perspektiven zu schaffen, die soziale Spannungen oder gar Brüche vermeidet.

Die Ermunterung zur Wahrnehmung der persönlichen Verantwortung im Umgang mit sich selber als Teil der Gesellschaft ist dabei unerlässlich. Nur Menschen, die sich selber als wirksam wahrnehmen und von daher marktwärts leben wollen, werden aus der Veränderung nicht als ratlose und ausgelieferte Sozialempfänger hervorgehen.

Kontrolle versus Selbständigkeit

Heinz Mauch am 25. April 2018 um 10:22

Die totale Überwachung von Mitarbeitern ist längst keine negative Utopie mehr, wie sie George Orwell oder Dave Eggers in ihren Romanen heraufbeschwören. Unternehmen können bereits jetzt die Aktivitäten ihrer Angestellten rundum erfassen. Wissenschaftler warnen vor Missbrauch. Quelle: Springer Professional

Wirtschaft ist genau so paradox, wie das restliche Leben. Da wird zum einen immer wieder auf das möglichst selbständige, eigenverantwortliche Arbeiten hingewiesen, wie es auch von marktwärts propagiert und trainiert wird, und dann tauchen immer wieder solche Meldungen auf, welche deutlich machen, dass wir nur vordergründig in einem „freiheitlichen“ Zeitalter leben. Es gibt sie nach wie vor, diese Typen, die nur dann glücklich sind, wenn sie kontrollieren können. Und zwar möglichst lückenlos. Kontrolle als Element der Wahrnehmung dessen, was an delegierten Aufgaben welchen Bearbeitungsstand hat, macht Sinn und kann ohne Druck und „Chefgehabe“ routiniert in den Arbeitsalltag integriert werden. Es wird immer wieder vergessen, dass auch Vorgesetzte „nur“ Menschen sind, mit jeweils eigenen Defiziten. Gerade in solchen Situationen sind selbständige Mitarbeitende eine wichtige Voraussetzung für eine ausgeglichene, positive Kultur. Führung von unten im Sinne der „Sicht für das Ganze von Mitarbeitenden“ ist eine nicht zu unterschätzende Qualität für den Unternehmenserfolg. Überwachung sorgt zwar für „Ruhe und Ordnung“ jedoch auch für weniger intelligente Entscheidungen in komplexen Zeiten.

Früher faul – heute inkompetent

Heinz Mauch am 12. März 2018 um 10:04

In der „Kompetenzgesellschaft“ wird nicht mehr gestritten, sondern beraten. Anpassung wird als „lebenslanges Lernen“ verkauft. Willkommen in der schönen neuen Welt lösbarer Probleme und Aufgaben! Quelle: Beitrag Andreas Gelhart unter dem Titel „Neue Psychotechnik“ in Geschichte der Gegenwart“

Die Entwicklung der Leistungsgesellschaft hin zur Kompetenzgesellschaft, wo lebenslanges Lernen und permanente Entwicklung von „Kompetenzen“ angesagt ist, sollte nicht ungefragt hingenommen werden. Die Leistungsgesellschaft machte aus dem Menschen das „Arbeitstier“, das an seiner Leistungsfähigkeit gemessen wurde. Nicht leistungsfähig zu sein bedeutete den Verlust der Arbeit. Die Fleissigen bringen es zu „etwas“. Wer es nicht zu „etwas“ bringt, ist offensichtlich zu wenig fleissig. Oder positiv ausgedrückt: zu faul. Neu hinzugekommen ist nun das Element der „Kompetenz“, das bereits in die Schulen Einzug gehalten hat. Der Erwerb von Kompetenz hört jedoch niemals auf. Wer etwas nicht weiss, nicht versteht oder nicht kann, dem mangelt es an Kompetenz. Keine Sorge, diese Kompetenz kann erworben werden. Entstanden ist eine Industrie der Bildung und Beratung, welche dafür sorgt, dass der Kompetenzerwerb gewährleistet ist. Fragwürdig an der ganzen Entwicklung ist, inwieweit gesellschaftliche Realität noch als interessenbestimmt wahrgenommen wird. Unter der Überschrift des lebenslangen Lernens und des permanenten Kompetenzerwerbes wird der Mensch zu einem Mangelwesen, das offen ist für Manipulation.

Das gesellschaftliche System, das die Kompetenzen (er)fordert wird zum Übersystem, dem man folgen muss. Genau so, wie früher die weitaus meisten nicht faul sein wollten, will heute kaum jemand als inkompetent etikettiert werden. Dass unter dem Begriff Kompetenz Abgründe lauern, die bei sich abzeichnender Inkompetenz brutal zuschlagen, liegt in der Verbindung des Wortes mit Lernfähigkeit, Intelligenz. Wenn früher einer faul war, war er/sie nicht einfach dumm – vielleicht war sogar das Gegenteil der Fall. Wenn es heute jemandem an Kompetenz mangelt, dann geht das rasch in Richtung Intelligenz. Leute, die inkompetent handeln, werden nicht als Infragesteller des Systems gesehen. Sie sind offensichtlich nicht fähig, auf die gegebenen Herausforderungen die adäquaten Handlungsschritte (oder -strategien) zu entwickeln. Sie können kein Verständnis für die Gegebenheiten schaffen und sind offensichtlich überfordert.

Was heute aus diesem Grund immer wichtiger wird, ist die kritische Frage, woher die Gegebenheiten, für welche wir Kompetenzen entwickeln müssen, eigentlich stammen. Wer oder was macht diese Anforderungen, denen wir mit lebenslangem Lernen genügen müssen? Ist es „das Leben“ an sich? Ist es die Gesellschaft? Wer in dieser Gesellschaft macht das? Wer profitiert davon, wenn wir permanent an den geforderten Kompetenzen arbeiten? Und welche Auswirkungen hat dieses lebenslange Lernen auf unseren Lebensvollzug? Welche „Werte“ werden für welche Interessen verwirklicht? Brachte die Leistungsgesellschaft bereits einen Schub an Funktionalisierung des Menschen im gesellschaftlichen System mit sich, so wird diese in der Wissensgesellschaft noch um einiges zunehmen. Die überaus vielfältigen individuellen Entwicklungsmöglichkeiten des Kompetenzerwerbes könnten sich mehr und mehr als Sackgassen des persönlichen Lebensvollzuges herausstellen. Die Ent-täuschung daraus sollte nicht unterschätzt werden. Mein marktwärts-gedanke muss sich hier kritisch hinterfragen lassen, ob er ebenfalls nur fit für gesellschaftliche Anforderungen machen will, oder ob sich darin mehr Lebensqualität befindet als die Erhöhung der Funktionalität in den gegebenen Lebensumständen.

Kennen Sie die Yerkes-Dodson-Kurve?

Heinz Mauch am 15. Februar 2018 um 10:28

Die beiden Psychologen Robert Yerkes und John D. Dodson haben bereits vor 110 Jahren das Phänomen des „harten und fleissigen Arbeitens“ untersucht und folgendes erkannt:

Anfänglich steigt die Leistung steil an. Es gelingt uns, das, was wir uns vorgenommen haben anzupacken, Teilerfolge stellen sich ein.

Dann folgt auf hohem Niveau eine Plafonierung. Eine Steigerung ist mit grossem Aufwand verbunden (Umstellung Tagesrhythmus – Morgen früher, Abend länger) Auf der Höhe des Leistungsoptimums beginnen Aufwand und Ertrag sich zu reiben. Wer dann immer noch das Gefühl hat, es liege mit demselben Verhalten noch mehr drin, gefährdet seine Gesundheit. Die Leistung bricht ein, es braucht immer wieder „Motivationsschübe“. Es kommt immer wieder „etwas dazwischen“, arbeiten wird mehr und mehr reaktiv. Stress als „Distress“ (negativ) ist die Folge.

Mit zunehmendem Alter, wo sich die Leistungskurve vom „Vielen miteinander“ mehr und mehr fokussiert auf „weniger dafür aber gründlicher“, wächst der Druck. Man erlebt sich als überfordert, veraltet, unfähig.

Die Leistungsentwicklung in der Arbeit ist stark gekoppelt an die technologische Entwicklung. Maschinen wurden und werden von Menschen entwickelt, um die Arbeitsleistung zu steigern. Sie wirken zurück auf den Menschen und „zwingen“ ihn, nun seine Arbeitsleistung zu steigern. (Bsp. Mailverkehr).

Die Folgen: Arbeit brennt aus, Arbeit macht krank.

Die Yerkes-Dodson-Kurve macht deutlich: Viel ist nicht einfach mehr. Als 1908 diese Erkenntnis gewonnen wurde, begann gerade sich gerade das Fliessband durchzusetzen.

1905: Bahlsen leistet in Deutschland Pionierarbeit mit der Einführung des Fließbandes für die Keksherstellung im Werk Hannover
1908: Das Ford Model T geht in Produktion
1911: Einzelne Bauteile des Ford Model T werden an Fließbändern gefertigt
1913: Am ersten Dezember läuft die Fließbandfertigung bei Ford an. Die Produktionszeit für ein Auto reduziert sich dadurch von zwölf Stunden auf 93 Minuten, die Kosten sinken von 850 auf 370 Dollar
1919: Bei Citroen beginnt die Fließbandproduktion                                          Quelle: focus.de

Das „tayloristische Arbeitsmodell“ als Folge der Produktivitätssteigerung menschlicher Arbeit brachte uns die Leistungsgesellschaft mit ihren phänomenalen Erfolgen. Aufgrund von 2 Weltkriegen und damit verbundener Aufbauarbeit etablierte sich das System als sinnvoll. Bei Abwesenheit von existentieller Bedrohung wird dieses System jedoch selber zur Bedrohung. Es brennt die Menschen aus und braucht künstliche „Kriegssituationen“ um eine Leistungsmotivation herzustellen (bspw. Kalter Krieg, Migrationsbedrohungen, Klimaveränderung).

Technologische Entwicklungen wirken zurück auf die Menschen, die sie erfinden.

Die Yerkes-Dodson-Kurve machte bereits vor 110 Jahren deutlich: Anhaltende Produktivität hängt zusammen mit einer vielfältigen, ausgleichenden Lebensführung. Freude an der Arbeit ist eine Folge von Lebensfreude. Anhaltende Leistung ist ein Folge von Freude. Freude jedoch ist eine Folge von Sinnerkenntnis. 110 Jahre nach dieser Erkenntnis geht es darum, smartes Arbeiten einzuüben und Leistungsexzesse zu vermeiden. Weil immer mehr plötzlich viel weniger werden kann.

 

 

 

 

 

 

Langeweile – nutzen Sie die Chance!

Heinz Mauch am 6. Oktober 2017 um 09:54

Der Grossteil der Manager (78 Prozent) denkt, dass sich die eigenen Mitarbeiter bei der Arbeit langweilen. Zu diesem Schluss kommt der auf Fach- und Führungskräfte spezialisierte Personalvermittler Robert Half in seiner aktuellen Arbeitsmarktstudie. Demnach glauben nur 22 Prozent der Vorgesetzten, dass sich ihre Mitarbeiter nie langweilen. (Quelle: werbewoche online 5. 10. 2017)

Der Eindruck der Manager dürfte nicht trügen, Langeweile ist tatsächlich etwas, das sich grundsätzlich mehr und mehr ausbreitet. In einer Multioptionsgesellschaft, wo von Kindheit an viel Energie investiert wird, dass keine Langeweile aufkommt, wird diese Langeweile mehr und mehr zum Problem.

Langeweile – heute doch nicht mehr

Unser heutiger Lebensstil ist durchsetzt mit kleinen Aktivitäten der Ablenkung via Smartphones, dabei durchdringen sich die Privat- und Arbeitssphäre mehr und mehr. WhatsApp-Nachrichten kommen auf der Baustelle und im Labor rein, Mails mit Anfragen am Sonntagnachmittag am See. Diese Veränderung der Kommunikation geschieht mit einer grossen Selbstverständlichkeit und führt zu einer Vermischung der Lebensbereiche, die in dem Moment, wo etwas nicht mehr gut läuft, fatale Auswirkungen haben kann.

Die Trennung von Privatleben und Arbeitsleben war jahrzehntelang das gängige Bild des arbeitenden Menschen. Diese Vorstellung ist grundsätzlich kaum 100 Jahre alt. Im vorletzten Jahrhundert bestimmte die Industrialisierung das Leben tausender von Menschen. Arbeit war das Zentrum 16 bis 18 Stunden. Privatleben war eine absolut rare Angelegenheit. Mit den Arbeitnehmerbewegungen kam dann nach und nach eine Verringerung der Arbeitszeit und da die Arbeit meistens nichts Erfreuliches war, musste das Privatleben das kompensieren. Im letzten Jahrhundert setzte sich dieser Prozess stetig fort und es wurde der private Teil selber zu einem wachsenden Wirtschaftszweig. „Saturday Night“ war das richtige Leben.

Arbeit war keine positiv besetzter Begriff und wurde es auch nicht, als sich die Bedingungen änderten. Die Arbeit ist notwendiges Übel zur Gestaltung der Freizeit. Diese Aufteilung hat sich in den letzten Jahren fundamental verändert. Die Digitalisierung brachte eine unglaubliche Flexibilisierung der Arbeit. Die Entwicklung von der Industrie- in die Dienstleistungsgesellschaft förderte den Trend. Arbeit ist jedoch nach wie vor eher negativ besetzt.

Langeweile ist gesund und macht krank

Selbständigerwerbende kennen die Durchdringung von Arbeit und Privat schon immer. Bauern müssen damit genauso klarkommen, wie kleine Gewerbebetriebe, wo Offerten und Rechnungen oft übers Wochenende geschrieben werden. Die Trennung von Arbeit (negativ) und Freizeit (positiv) ist ein Angestelltenproblem und damit ein Problem von Organisationen, die mit den technologischen Veränderungen nicht Schritt halten.

In den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderst erhielt die Vorstellung vom „Selbständigen Mitarbeiter“, von der „Unternehmerischen Mitarbeiterin“ Auftrieb. Diese Vorstellung von Mitarbeitenden beeinflusst jedoch die Ausgestaltung der Organisation. Vorbei ist die Zeit der BefehlsempfängerInnen. Es geht um Einbindung in Projekte, um eigenständige Vorgehensweisen und um selbständige Organisation von Aufträgen in Teams. Geblieben sind Kunden und Aufträge als unerlässliche Basis unternehmerischer Tätigkeit. Die Art und Weise der Auftragserfüllung ist jedoch vielfältiger geworden.

Langeweile macht dann krank, wenn sich Mitarbeitende nicht als wirkungsvoll erfahren und einfach als Ausführende ihre Arbeitszeit absitzen. Langeweile ist gesund, wenn Mitarbeitende sich als einflussreich, als mitprägend wahrnehmen und dann lernen müssen, dass etwas unter Umständen nicht ganz so schnell läuft, wie gedacht. Diese Empfindung von Langeweile kann Anstoss für weitere Ideen sein, oder zur Kontaktaufnahme und Anfrage, ob Unterstützung benötigt wird etc. Es kann auch der gottseidank günstige Zeitpunkt sein, sich mit etwas Liegengebliebenem zu beschäftigen, weil man warten muss.

Selbstbestimmter, wirkungsvoller arbeiten

Anfangen sich grundsätzlich zum Thema Organisation Gedanken zu machen!

In der Langeweile die Chancen erkennen

Wer in seiner Unternehmung Langeweile feststellt, MUSS sich unbedingt Gedanken über die Art und Weise der Arbeitsorganisation machen. Es lohnt sich hier, der grundsätzliche Einstieg in Überlegungen zur Organisationsgestaltung. Das muss nicht gleich ein umfangreicher Change-Prozess sein. Es kann mit Gesprächen mit den Mitarbeitenden beginnen. Darüber, was für Veränderungen sinnvoll sein könnten, wie sie das sehen würden, wo sie Bedarf erkennen. Da sprudeln die Lösungen nicht einfach hervor, viele Mitarbeitende sind, wie ihre Chefs, „Kinder“ der bestehenden Organisation und bevor da etwas geändert wird, wird lieber nichts geändert. Besser unbefriedigend und berechenbar als aufregend und unbestimmt. Da jedoch in den meisten Unternehmen verschiedene Altersgruppen arbeiten, gibt es auch Mitarbeitende, die verschiedene Organisationsformen kennen und mit jüngeren Vorstellungen vertraut sind. Hier kann die Diskussion unter den Mitarbeitenden gefördert werden. Sie muss nicht einfach „von oben“ her geführt, kann jedoch von oben her initiiert werden.

Langeweile ist ein guter Indikator für mögliche Veränderungen in der Organisation. Darin liegt die Möglichkeit, das Unternehmen „neu zu erfinden“ und sein Angebot fit für zukünftige Herausforderungen zu machen. Das heisst, sich marktwärts mit Blick auf die Organisation und mit Blick auf das Angebot entwickeln. Langeweile gehört dazu – langweilig wird es einem dabei kaum einmal.

Motivierte Mitarbeiter

Heinz Mauch am 28. September 2017 um 10:01

Seit Jahren ist die Mitarbeitermotivation eine immer wiederkehrendes Thema, das mit ausgeklügelten Seminaren und Coachings bearbeitet wird. Neben dieser reflektiven Lernebene hat sich in der Wirtschaft ganz pragmatisch ein Anreiz und Bonussystem etabliert, wo mit individualisierten Programmen der Belohnung die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „bei der Stange“ gehalten werden. Einer, der sich schon seit Jahren gegen diese Entwicklung wehrt und gleichzeitig als Unternehmensberater von der Mitgestaltung unternehmerischer Kulturen lebt, ist Reinhard K. Sprenger, gesuchter und beliebter Referent an KMU-Tagen und anderen Unternehmertreffen.

Aus der Sicht von marktwärts trifft Sprenger ins Schwarze. Bonifikations- und Anreizsysteme kaschieren Führungsschwäche und führen zu einer aufgesetzten Verwöhnkultur, die grundsätzlich von allen (auch von den Geführten) durchschaut wird. Man nimmt die „Geschenke“, der Effekt der ersten Anerkennung ist längst verpufft und mit der Zeit macht sich sogar das Gefühl breit, man hätte Anrecht auf diese zusätzlichen Gratifikationen. Was heisst denn Führungsschwäche überhaupt? Führungsliteratur gibt es mittlerweile Stapelweise, Führungsausbildungen ebenso – und Führungsmythen und Begriffe wie „Leadership“ und „Governance“ werden variantenreich an Events dargeboten. Wirtschaft ist zum einen ein Treiber von gesellschaftlicher Veränderung zum anderen jedoch auch „ein Kind seiner Zeit“. Zur Zeit der Industrialisierung waren die Führungsbilder noch stark von autoritären Persönlichkeiten (Patrons) geprägt, die praktisch uneingeschränkt ihre Philosophie dem Unternehmen aufsetzten. Im Verlaufe des zwanzigsten Jahrhunderts wurde, verstärkt durch zwei Weltkriege, der Mythos der  Führerfiguren brüchig. Neben dem bürgerlichem Liberalismus gewannen sozialistische Ideen an Gewicht und veränderten die gesellschaftlichen „Realitäten“ von der Vertikalen mehr in die Horizontale und damit in Richtung Partizipation, sprich Mitbestimmung, Mitbeteiligung.

Die Zeiten der Patrons sind vorbei. Nicht vorbei sind die Zeiten der Menschen, die Gelegenheiten erkennen und wahrnehmen. Menschen, die aufgehen in ihrer Idee und überdurchschnittlich viel Zeit in deren Verwirklichung investieren. Diese Menschen sind angewiesen auf weniger „visionäre“ Persönlichkeiten, die jedoch in Zusammenhängen denken und aktuelle Bedingungen miteinander verbinden können. Und diese Menschen (ManagerInnen) sind wiederum darauf angewiesen, dass es Leute gibt, welche die kleinen Schritte tun, damit Zahlen und Zeitpläne auf dem Boden bleiben, Prototypen und Produkte/Angebote angeschaut und ausprobiert/getestet werden können, Protokolle und Berichte Entscheidungen festhalten, Märkte und Kontakte gesucht, gefunden und Rechnungen Dritter bezahlt werden. So wird ein Unternehmen. Der Geist der Start ups, wo überschaubare Teams sich auf eine Idee einlassen, ist schwer über Jahrzehnte zu halten. Was jedoch über Jahrzehnte zu halten ist, ist ein offener und respektvoller Umgang von ganz oben bis ganz unten im Unternehmen. Es ist die zentrale Sicht, dass jede und jeder in der Organisation, die den Namen des Unternehmens trägt, sinnvoll und wichtig ist. Und es ist unabdingbar, dass die Offenheit den frühen Einbezug in Veränderungen als ganz natürlich erscheinen lässt.

Animositäten, wo Leute sich bei der geringsten Kritik persönlich angegriffen fühlen, wo Leute permanent „den Chef“ heraushängen müssen, wo Gespräche verstummen, wenn ein Mitarbeiter den Raum betritt oder sich dem Kaffeeautomaten nähert, sind absolute Killer. Wenn es soweit ist, dann ist das Unternehmen daran, zur Institution zu werden, wo jede/r um seine Pfründe kämpft. Und dann braucht es plötzlich Anreize, die es dann aber für möglichst alle irgendwie braucht, was zu einem typisch institutionellen-komplexen Anreizsystem mit Freizeit, Boni und Geschenken führt, wo ein Überraschungsgipfeli mit Tee oder Wasauchimmer und ein herzliches Händeschütteln eigentlich genügen würde. Das ist naiv. Natürlich. Der andere Weg ist professionell und braucht HR-Kompetenz und Leadership und was sonst noch. HR-Kompetenz braucht es auch dort, wo man den Geburtstag der Kinder der Mitarbeiter nicht vergisst, wo Schulabschlüsse und besondere Erlebnisse im Leben der Familie der Mitarbeiter, bspw.Geburt, Todesfall, erfolgreiche Lehrabschlussprüfung der Tochter, bestandener Sprachkurs in der Migrosclubschule einer Mitarbeiterin (einfach so, privat besucht) bemerkt und „honoriert“ werden.

Was für eine Kultur braucht ein Unternehmen, damit man das alles weiss? Welchen Umgang pflegt man da miteinander, dass Menschen auf eine Kleinigkeit im Umfeld von Mitarbeitenden reagieren können? Und wie muss man sich verhalten, damit das nicht zur Masche wird, die nach dem dritten Mal als solche durchschaut und mit einem netten Lächeln zur Kenntnis genommen wird? Mitarbeiter sind Märkte. Nur wer seine Märkte liebt und deshalb wissen will, wie es ihnen geht, kann Angebote machen, die sinnvoll sind. Das sind nicht nur Waren. Das sind auch Worte, Gesten, Verhaltensweisen. Und dann entsteht Wertschätzung. Dann sind Menschen bereit, die Meile mehr zu gehen, ein Auge zuzudrücken, 5 gerade sein zu lassen. Sie müssen nichts beweisen, sie wollen zeigen, dass man sich auf sie verlassen kann. Sie werden selber unternehmerisch in ihrem Bereich.

Lebensqualität ist Umgangsqualität. Umgang mit Respekt und grundsätzlichem Vertrauen, das dem Gegenüber dieselben Rechte zuspricht, sich in die Beziehung aktiv einzubringen, schafft Lebensqualität. Geschenke, Bonifikationen, Gratifikationen kann es dann immer noch geben. Sie sind jedoch eine Folge des guten Verhältnisses untereinander im Unternehmen und nicht Voraussetzung zum Erhalt der Motivation der Menschen im Unternehmen. Leadership heisst, es beginnt bei mir und ich benötige andere, damit es gelingt. Ich kann über mich selber fluchen und lachen, ich kann danke sagen für alles, was gelingt und ich kann die Ehre des Gelingens der-dem- denjenigen zugestehen, die das ermöglich haben. Kurz: Ich habe keine Krone, die Zacken verliert, sondern eine, wo Zacken wachsen dürfen, weil andere dafür sorgen. marktwärts leben kann wehtun – der Schmerz ist der Anfang der Heilung.

Alleinsein – die Chance des Anfangs

Heinz Mauch am 7. Juli 2017 um 09:25

Ferienzeit – Erholungszeit. Raus aus dem Hamsterrad, Tapetenwechsel. Alle Jahre wieder bewegen sich Tausende aus ihrem Arbeitsalltag hinaus in eine Umgebung, die Erholung bringen soll. Das funktioniert zum Einen dadurch, dass Arbeit nach wie vor einen negativen Beigeschmack hat – und oft zurecht. Zum Anderen sind wir einfach so „gebaut“, dass das Immergleiche uns nicht mehr reizt und wir Neues brauchen, damit das Leben Sinn macht.

Es war diese Woche. Eine lockere Runde, Feierabendbier. Und dann die Frage, „was läuft so in den Ferien?“. Einer meinte, „bei mir nichts, ich muss meine Trennung verarbeiten.“ Er erzählte davon, wie gut es ihm gehe, alles da, Einkommen, Haus, Beziehung – und doch unzufrieden. „Irgendwie leer.“ Bei mir tauchten sofort Erinnerungen auf. Irgendwann um die Vierzig. Was kommt noch? Was will ich noch?

Ich denke, da müssen wohl alle durch. Und zwar mehr als einmal. Für mich lag die Lösung darin, mir mal bewusst Zeit für mich selber zu nehmen. Es war die Zeit, wo das Projekt „marktwärts“ entstand. Ich entdeckte ganz neu meine Geschichte. Sah, was mich geprägt hat und was nicht. Und ich erkannte die Wechselwirkungen, die mein Leben prägen. Was mache ich gerne, was vermeide ich? Was in meiner Umgebung schätze ich, was vermeide ich? Damals entstand das Gefühl, dass viele meiner Vorstellungen einfach von aussen an mich herangetragen worden waren und ich diese übernahm und so mein Leben führte. Tja, und irgendwann merkt man, dass sich die Dinge zu wiederholen beginnen. Und dann schleicht sich die Frage ein – wars das jetzt? Meine Antwort: „Das war es jetzt!“ Wir atmen täglich hundertemale ein und aus, unser Herz schlägt und schlägt – bis es aufhört. Immer gleich. Hoffentlich.

Der Weg beginnt immer bei mir

Die Herausforderung ist das Immergleiche. Es ist die Kunst, das Immergleiche neu zu entdecken, neu zu füllen und neu zu geniessen. Niemand kann raus aus seiner Haut. Doch wir alle können uns in unserer Haut immer wieder neu einrichten. Wir müssen uns immer wieder neu einrichten, denn das Leben wartet nicht auf uns. Marktwärts leben beginnt mit dem Austausch bei sich selber und führt dann über sich hinaus. Es geht nicht um Profit, es geht um Gewinn. Gewinn an Lebensqualität, weil ich mich selber als Kunde und als Lieferanten von Lebensqualität verstehen lerne.

Ferienzeit ist Chancenzeit. Sich selber neu begegnen. Nicht einfach fremde Städte und Länder entdecken, sich selber neu entdecken. Und sich selber neu er-FINDEN. Wir sind uns selbst der erste Markt. Wenn jede/r mit sich selbst immer wieder ins Reine kommt, dann verändert sich auch das Umfeld und damit die Sicht auf „das Leben“, das es als solches eigentlich nicht gibt. Unser Leben ist immer die Folge unserer Vorstellung und dem damit verbundenen Verhalten. Veränderung beginnt bei jeder/jedem von uns selbst. Dafür gibt es Freundinnen, Freunde, Partnerinnen, Partner, Kolleginnen, Kollegen, Kinder, Alte, Verwandte, Bekannte. Sie alle liefern mit ihrer Eigenart die „Ware“ für eigene Entwicklungen. Ihr Versagen, ihr Gelingen, ihre Fragen und ihre jeweiligen Antworten auf die Ereignisse „des Lebens“ sind die Inputs für die eigene Entwicklung. Und ich selber werde das ebenfalls für sie, ein Inputgeber für mögliche Veränderungen.

Also dann, ab in die Weite, die Höhe, die Tiefe, das Helle, das Dunkle – auch in uns selbst. Geben wir uns dich Chance und erHOLEN wir uns, damit sich Andere mit uns erholen können. Weil wir es uns wert sind.

Libertarismus – Mensch total?

Heinz Mauch am 31. März 2017 um 14:38

Im Jahr 1982 veröffentlichte Murray N. Rothbard (1926 – 1995) einen längeren Artikel mit dem Titel „Gesetz, Eigentumsrechte und Luftverschmutzung“, in dem er einen marktwirtschaftlichen, auf Privateigentum basierenden Ansatz für Umweltfragen darlegte. Zum Thema Luftverschmutzung schrieb Rothbard:

Wenn A die Luft von B verschmutzt und dies nachgewiesen werden kann, dann ist dies eine Aggression und der Schaden sollte bezahlt werden.

In Wirklichkeit gibt es keine „Umweltprobleme“. Es gibt nur einen menschlichen Konflikt über den Einsatz knapper Ressourcen. Wenn ich zum Beispiel anfange, giftige Chemikalien in Ihren See zu werfen, und Sie damit ein Problem haben, ist dies nicht wirklich ein Umweltproblem. Vielmehr ist es ein Streit über den Besitz des Sees. Wenn ich den See besitze, kann ich damit tun, was ich möchte. Allerdings, wenn ich einen See, der von jemand anderem besessen wird, beschädige, habe ich dessen Eigentum beschädigt und sollte haftbar gemacht werden. Diese Schlussfolgerung hat weitreichende Konsequenzen. Anstatt sich auf staatliche Regulierung zu verlassen, um eine vage definierte „Umwelt“ zu retten, wäre es Aufgabe der Opfer der Verschmutzung, zu beweisen, dass ihnen Unrecht geschah. (Quelle: Beitrag Curtis Williams, 31.03.17 auf misesde.org)

Der rechtsgerichtete Libertarismus versucht, den Staat so klein und unbedeutend wie möglich zu machen. Der Lebensvollzug geschieht zwischen freien Individuen, einen regulierenden Staat, der so etwas wie „Gemeinwohl“ vertritt, gilt es zu vermeiden. Libertare Ideen haben sich seit den achtziger Jahren auch in die liberalen Köpfe unserer Parteien eingenistet und wirken seitdem konsequent. (Weniger Staat). Grundsätzlich wird dem Staat mit Misstrauen begegnet, jegliche Ausweitung staatlicher Tätigkeit wird argwöhnisch bekämpft. Diese Denkart ist in republikanisch organisierten Staatswesen, das mit einem Oppositionssystem arbeitet (bspw USA, BRD, FR, GB etc.) eher angebracht als in einem auf Kooperation und Kompromiss ausgerichteten Gefüge, wie wir es in der Schweiz kennen.

Marktwärts begrüsst die Ausrichtung auf das verantwortliche Handeln der Einzelperson und erachtet es für ein funktionierendes Gemeinwesen als unabdingbar, dass ein freiheitlicher Handlungsraum erhalten und unterhalten wird. Das Spannungsfeld von „ICH und WIR“ muss jedoch von einer Ebene übernommen werden, welche dieses „WIR“ vertritt und damit den Handlungsspielraum des Einzelnen so eingrenzt, dass sich damit beide Seiten möglichst gedeilich entwickeln können. Das Spannungsfeld ist unlösbar, die gewährte Freiheit ist immer entweder zu gross (Überforderung) oder zu klein (Einengung/Regulierung). Dieser Staat muss immer wieder neu verhandelt und austariert werden. Basis dafür ist der „mündige“ Bürger, der Eigeninteresse und übergeordnetes Interesse beurteilen und darüber entscheiden kann. Dafür muss er die Gelegenheit haben und den Einfluss. Dieser ist in der Schweiz immer noch ausserordentlich gross.

Enger Libertarismus sieht den freien, handelnden Menschen als oberste Maxime. Er anerkennt jedoch, dass Fehlverhalten geahndet werden muss. Wie diese Ebene der Ahndung (des Gesetzes) genau aussieht, wird nicht wirklich festgelegt. Dass diese Ebene ihre Rechtssprechung entwickeln und pflegen muss, bleibt ebenfalls nicht erklärt. Kontrolliert wird diese Ebene von den freien Menschen, wie das genau funktioniert (Wahlen?) ist nicht gelöst.

Wer menschliches Zusammenleben reduziert auf die direkten Interaktionen zwischen (freien, verantwortungsbewussten) Individuen malt ein Menschenbild, das in keiner Weise der Realität entspricht. Marktgeschehen ist neben dem individuellen Austausch und dem Geschehen zwischen Organisationen immer ein politisches Handeln, das Auswirkungen hinaus über einzelne Personen und Organisationen hat. Im eingangs erwähnten Umweltproblem wird deutlich, dass die Verschmutzung mit der Lösung unter den Handelnden (Einigung, richterliches Urteil) erledigt ist. Dass mit der Verschmutzung eine Gefährdung des Lebens über die involvierten Parteien hinaus stattfindet erscheint irrelevant. Dies ist eine fatale Fehleinschätzung der systemischen Verhältnisse in denen die Spezies Mensch stattfindet. Insofern neigt der Rechtslibertarismus zu einer Position, die den Menschen über alles stellt. Wenn er gesellschaftlich schon äusserst kritisch mit übergeordneten Ebenen (Staat) umgeht, dann wird es hier geradezu fatal. Umweltprobleme können als Probleme zwischen Individuen beginnen, sie können jedoch eskalieren und erreichen dann eine Ebene, die nicht mehr individuell lösbar ist. Gemeinschaften müssen sich dann verpflichten auf Grundsätze und Normen, die dann von Organisationen und Einzelnen im Alltag umgesetzt werden. Hier kann die Einschränkung gross werden, genauso wie bei jemandem, der 50 Kilo abnehmen sollte und das in nützlicher Frist. Sein Alltag wird dann ebenfalls durch eine Veränderung in der Ernährung und einen viele höheren Bewegungsanteil „reguliert“ werden müssen, ansonsten bleibt das Ziel unerreichbar.

FAZIT

Weltanschauungen, welche übergeordnete Ebenen ausklammern und alles am freien Menschen festmachen sind mit Vorsicht zu geniessen. Der Erfolg der liberalen Weltanschauung durch Schaffung von Privateigentum und Partizipation am Machtgeschehen gilt es vernünftig zu bewahren. Eine Freiheit, die sich über Systeme hinwegsetzt, in die wir uns durch unsere politischen Willensäusserungen eingebunden haben, ist fragwürdig und letztlich gefährlich. Sie neigt zur Überschätzung der Gattung Mensch. marktwärts heisst kritische Auseinandersetzung mit Weltanschauungen jeglicher Couleur und mutiges Engagement im Spannungsfeld von persönlicher Entfaltungsmöglichkeit und gemeinschaftlichem Wohlergehen.

 

Ihr Betriebssystem – updatefähig?

Heinz Mauch am 12. September 2016 um 14:46

Mittlerweile wissen es alle. Computer basieren auf Betriebssystemen. Diese Betriebssysteme sind verschieden, eines ist jedoch bei allen gleich: sie müssen von Zeit zu Zeit erneuert, überarbeitet „refreshed“ werden. Wir Menschen sind zwar keine Computer, doch basieren auch wir neben den Materiellen/biologischen Grundlagen über ein Set an „Programmen“, die dafür sorgen, dass wir so stabil wie möglich durch unserer Alltag kommen. Doch auch hier ist von Zeit zu Zeit ein update angebracht – und vor allem ein Grundhaltung, die solche updates zulässt.

Alles klar, wir sind keine Maschinen. Wir bauen Maschinen und während wir Maschinen bauen, verändern diese unser Denken und unsere Sprache und wir reden so, dass man manchmal das Gefühl bekommt, wir wären lieber Maschinen als Menschen. Maschinen können viel mehr leisten als wir. Maschinen sind zuverlässiger, berechenbarer. Deshalb ist es wichtig, dass wir auch zuverlässig und berechenbar sind. Maschinen lösen Probleme gründlich und logisch. Maschinen sind vom Menschen entwickelte und optimierte Organisationseinheiten mit einer klaren Aufgabe, die sie lösen müssen.

Für uns ist es klar, dass diese Maschinen immer wieder überarbeitet werden müssen, damit sie die gestellte Aufgabe noch besser (schneller, präziser) lösen können. Wir Menschen gehen davon aus, dass wir das grundsätzlich nicht nötig haben. Wir sind ja Menschen. Und dabei besteht unsere „Programmierung“ aus einer Zeit, die schon vorüber ist. Unsere ersten Programmierer (Eltern) waren mindestens 25 bis 30 Jahre älter als wir, sie haben den Grundraster gelegt, der zusammen mit den genetischen Gegebenheiten unseren „Charakter“ bildet. Was danach kommt, wird alles über diesen Grundraster gefiltert und in unsere Biografie eingeordnet.

Das ist das ganze Leben lang so. Wer sich selbskritisch mit diesem Grundraster beschäftigt und zum Schluss kommt, dass es da Inhalte gibt, die ihm nicht entsprechen, macht sich auf einen langen Weg der persönlichen Veränderung und stellt dabei fest, dass es nichts gibt, das nicht geglaubt oder abgelehnt werden kann. Und er/sie stellt fest, dass es Interessen gibt, die sich mit ihrer Art der Darstellung durchsetzen wollen und, bei genügend Zustimmung, auch durchsetzen können.

Deshalb lohnt es, sich von Zeit zu Zeit immer mal wieder zu fragen, ob das, was man persönlich für unumstösslich richtig hält, das auch wirklich ist und ob es Inhalte gibt, deren Überprüfung eine persönliche Erweiterung des gegenwärtigen Wahrnehmungs- und Handlungshorizontes bringen.

In Zeiten, wo es wieder „in“ ist, sich an öffentlichen Veranstaltungen abschätzig über einzelne Menschen oder ganze Gruppen zu äussern, lohnt es sich, eigene Beschränktheiten und Rassismen (Sie haben welche, das garantiere ich Ihnen!) etwas näher zu betrachten. Europäisches männliches Denken ist weltumspannend. Abweichungen davon sind nicht gerne gesehen. Auflehnungen gegen diese Art der Weltdeutung sind Bedrohungen – sei es politisch oder wirtschaftlich.

Und Sie – was tun Sie dafür, dass sich Ihre Denke entwickelt? Lassen sie sich abfüllen mit Wissen in Weiterbildungskursen und konzentrieren sich dabei auf ihr Fachgebiet oder sind sie hie und da mal ganz woanders unterwegs? Machen sie vielleicht sogar eigene Aufzeichnungen über Erlebnisse, Begegnungen, Bücher und Lehrveranstaltungen und integrieren diese in ihre Welt, auch wenn sie unangenehm sind und Festgefügtes in Frage stellen? Wenn ja, dann sind Sie updatefähig und ihr Betriebssystem hat die Chance sich immer wieder neu einzustellen. Wenn nein – dann geben Sie sich die Chance, die Welt auch ganz anders zu sehen und damit auf Lösungen zu kommen, die vorher unmöglich schienen. Sie entscheiden. marktwärts – weil anders birgt Chancen.

 

Unternehmerisch Leben

Heinz Mauch am 7. Juni 2016 um 09:05

«Jeder kann unternehmerisch erfolgreich sein. Es gibt ein Muster, dass man häufig mehrfach scheitert und dann Erfolg hat. Entrepeneurship ist Erfahrung. (…) Ich muss mehrfach scheitern, möglichst billig und schnell, dann möglichst besser scheitern, dann habe ich irgendwann Erfolg. Scheitern ist ein Teil des Erfolges, es ist kein Gegenstück dazu. (…)»

In 7 Zügen zur Selbständigkeit

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Sind sie ein Mensch, den man als unternehmerischen Menschen erkennen kann? Unternehmerische Menschen lösen Probleme. Nicht nur die eigenen, sondern auch diejenigen von anderen. Gönnen Sie sich 5 Minuten und folgen Sie den Gedanken von Dietmar Grichnik. Sie finden seine Ausführung unter www.unisg.ch       Für marktwärts bietet er einen weiteren Ansatz für zukunftsfähige Lebensgestaltung. Vielleicht genau denjenigen, der Sie in Bewegung bringt. Buch: Unternimm dein Leben, Hanser Verlag, ISBN 978-3-44631-1