Ihr Betriebssystem – updatefähig?

Heinz Mauch am 12. September 2016 um 14:46

Mittlerweile wissen es alle. Computer basieren auf Betriebssystemen. Diese Betriebssysteme sind verschieden, eines ist jedoch bei allen gleich: sie müssen von Zeit zu Zeit erneuert, überarbeitet „refreshed“ werden. Wir Menschen sind zwar keine Computer, doch basieren auch wir neben den Materiellen/biologischen Grundlagen über ein Set an „Programmen“, die dafür sorgen, dass wir so stabil wie möglich durch unserer Alltag kommen. Doch auch hier ist von Zeit zu Zeit ein update angebracht – und vor allem ein Grundhaltung, die solche updates zulässt.

Alles klar, wir sind keine Maschinen. Wir bauen Maschinen und während wir Maschinen bauen, verändern diese unser Denken und unsere Sprache und wir reden so, dass man manchmal das Gefühl bekommt, wir wären lieber Maschinen als Menschen. Maschinen können viel mehr leisten als wir. Maschinen sind zuverlässiger, berechenbarer. Deshalb ist es wichtig, dass wir auch zuverlässig und berechenbar sind. Maschinen lösen Probleme gründlich und logisch. Maschinen sind vom Menschen entwickelte und optimierte Organisationseinheiten mit einer klaren Aufgabe, die sie lösen müssen.

Für uns ist es klar, dass diese Maschinen immer wieder überarbeitet werden müssen, damit sie die gestellte Aufgabe noch besser (schneller, präziser) lösen können. Wir Menschen gehen davon aus, dass wir das grundsätzlich nicht nötig haben. Wir sind ja Menschen. Und dabei besteht unsere „Programmierung“ aus einer Zeit, die schon vorüber ist. Unsere ersten Programmierer (Eltern) waren mindestens 25 bis 30 Jahre älter als wir, sie haben den Grundraster gelegt, der zusammen mit den genetischen Gegebenheiten unseren „Charakter“ bildet. Was danach kommt, wird alles über diesen Grundraster gefiltert und in unsere Biografie eingeordnet.

Das ist das ganze Leben lang so. Wer sich selbskritisch mit diesem Grundraster beschäftigt und zum Schluss kommt, dass es da Inhalte gibt, die ihm nicht entsprechen, macht sich auf einen langen Weg der persönlichen Veränderung und stellt dabei fest, dass es nichts gibt, das nicht geglaubt oder abgelehnt werden kann. Und er/sie stellt fest, dass es Interessen gibt, die sich mit ihrer Art der Darstellung durchsetzen wollen und, bei genügend Zustimmung, auch durchsetzen können.

Deshalb lohnt es, sich von Zeit zu Zeit immer mal wieder zu fragen, ob das, was man persönlich für unumstösslich richtig hält, das auch wirklich ist und ob es Inhalte gibt, deren Überprüfung eine persönliche Erweiterung des gegenwärtigen Wahrnehmungs- und Handlungshorizontes bringen.

In Zeiten, wo es wieder „in“ ist, sich an öffentlichen Veranstaltungen abschätzig über einzelne Menschen oder ganze Gruppen zu äussern, lohnt es sich, eigene Beschränktheiten und Rassismen (Sie haben welche, das garantiere ich Ihnen!) etwas näher zu betrachten. Europäisches männliches Denken ist weltumspannend. Abweichungen davon sind nicht gerne gesehen. Auflehnungen gegen diese Art der Weltdeutung sind Bedrohungen – sei es politisch oder wirtschaftlich.

Und Sie – was tun Sie dafür, dass sich Ihre Denke entwickelt? Lassen sie sich abfüllen mit Wissen in Weiterbildungskursen und konzentrieren sich dabei auf ihr Fachgebiet oder sind sie hie und da mal ganz woanders unterwegs? Machen sie vielleicht sogar eigene Aufzeichnungen über Erlebnisse, Begegnungen, Bücher und Lehrveranstaltungen und integrieren diese in ihre Welt, auch wenn sie unangenehm sind und Festgefügtes in Frage stellen? Wenn ja, dann sind Sie updatefähig und ihr Betriebssystem hat die Chance sich immer wieder neu einzustellen. Wenn nein – dann geben Sie sich die Chance, die Welt auch ganz anders zu sehen und damit auf Lösungen zu kommen, die vorher unmöglich schienen. Sie entscheiden. marktwärts – weil anders birgt Chancen.

 

Unternehmerisch Leben

Heinz Mauch am 7. Juni 2016 um 09:05

«Jeder kann unternehmerisch erfolgreich sein. Es gibt ein Muster, dass man häufig mehrfach scheitert und dann Erfolg hat. Entrepeneurship ist Erfahrung. (…) Ich muss mehrfach scheitern, möglichst billig und schnell, dann möglichst besser scheitern, dann habe ich irgendwann Erfolg. Scheitern ist ein Teil des Erfolges, es ist kein Gegenstück dazu. (…)»

In 7 Zügen zur Selbständigkeit

In 7 Zügen zur Selbständigkeit

Sind sie ein Mensch, den man als unternehmerischen Menschen erkennen kann? Unternehmerische Menschen lösen Probleme. Nicht nur die eigenen, sondern auch diejenigen von anderen. Gönnen Sie sich 5 Minuten und folgen Sie den Gedanken von Dietmar Grichnik. Sie finden seine Ausführung unter www.unisg.ch       Für marktwärts bietet er einen weiteren Ansatz für zukunftsfähige Lebensgestaltung. Vielleicht genau denjenigen, der Sie in Bewegung bringt. Buch: Unternimm dein Leben, Hanser Verlag, ISBN 978-3-44631-1

Unternehmerische Kultur – und ich?

Heinz Mauch am 20. Mai 2016 um 14:41

«Vor über 30 Jahren schrieb der Management-Vordenker Peter Drucker ein bahnbrechendes Buch mit den Titel „Innovation und Entrepeneurial Society“. Darin prophezeite er den Wandel einer Gesellschaft aus Angestellten zu einer „unternehmerisch denkenden“ Gesellschaft. Seine Beobachtung machte er an vielerlei Entwicklungen fest, darunter auch an dem schon damals schon sichtbaren demografischen Wandel, dem technologischen Fortschritt und der bereits an Fahrt gewinnenden Globalisierung.» Richard Staub in Harvard Review

Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2016 und haben gewaltige Veränderungen hinter uns. Gesprochen wird dabei meistens von Krisen, weil die Veränderungen tausende von Jobs wegrasierten und weil unser Arbeitssystem so fatal designt ist, das jemand ab 50 schon ein wirklich gesuchter Spezialist sein muss, damit es auf Anhieb wieder klappt mit einer Anstellung.

 

Drucker ging davon aus, dass das traditionelle Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich verschieben werde. Er zitiert den Ökonomen Josef Schumpeter damit, dass eine unternehmerische Gesellschaft eine vielversprechendere Zukunft habe, als das bestehende klassische Modell. Seine Vorstellungen waren kapitalistisch, der Finanz- und Bankensektor spielte bei ihm jedoch nur eine dienende und keine dominierende Rolle, wie das dann geschehen ist.

 

Eine unternehmerische Gesellschaft entdeckt Kooperation neu und vernetzt sich über Kompetenzen und Persönlichkeiten für Projekte ohne das Ziel, als ein Unternehmen zu bestehen. Die Strukturen sind auf eine solche Arbeitswelt in keiner Weise ausgerichtet. Die tragenden Werte der unternehmerischen Gesellschaft sind Eigenverantwortung, Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit, Kooperationsbereitschaft, Lösungsorientierung, Teamfähigkeit bei hohem eigenen Spielraum, Lernfähigkeit und Verantwortlichkeit. Die Früchte sind Unabhängigkeit, Flexibilität, tragfähige Beziehungen, vielseitige Erfahrungen und Toleranz.

Für marktwärts ist der unternehmerische Denkansatz für unsere Gesellschaft Programm. Dabei ist eine Mutter genau so mitgemeint, wie der Chef eines Gewerbebetriebes oder die Managerin in der Exportfirma. Die unternehmerische Sichtweise ist weit mehr als eine kaufmännische Optik. Kosten und Nutzen beziehen auch persönliche Ressourcen und gemeinschaftliche Gewinne mit ein und führen auf diese Weise Qualität über den materiellen Wert hinaus in die ideelle Ebene. Eine unternehmerische Gesellschaft betrachtet jeden Menschen als Unternehmen und jede Tätigkeit als unternehmerisch. Ob Kinder grossziehen, Heizungen reparieren, mit dem Lebenspartner Ferien planen, ein neues Medikament entwickeln oder politische Entscheidungen vorbereiten und umsetzen: Alles ist unternehmerisch, überall gibt es Projekte und überall braucht es jemanden, der sich engagiert. Unternehmerische Lebensführung geschieht nicht von Natur aus, immer noch sorgen unsere Erziehung und viele Unternehmenskulturen dafür, dass der Unternehmergeist in Schranken gewiesen wird und jegliches eigenes Engagement als sinnlos erscheinen lassen. Dienst nach Vorschrift, klare Trennung von Arbeit und Freizeit sind dann die teuren Folgen. marktwärts leben geht anders, bei marktwärts können Sie es trainieren.

marktwärts Personal Good Governance: Module für die unternehmerische Lebensführung.

PS: Die laufende Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen zeigt an, welche Themen in Zukunft auf der Agenda auftauchen werden. Mit herkömmlichem „In the box-Denken“ sind diese Themen kaum zu bewältigen. Mit einem Denken jedoch, das jede/n Einzelne/n als Ressource und Möglichkeit zu sehen vermag, bieten sich neue Lösungswege an. Die Veränderung kommt nicht heute, doch sie kommt, sie ist bereits unterwegs.

Null Bock auf Job

Heinz Mauch am 30. März 2016 um 21:47

 

«Jeden Morgen aufstehen und zur Arbeit gehen. Das muss nicht sein. Bevor Sie Ihre Arbeitskraft einem Arbeitgeber zur Verfügung stellen, der sich nur auf Ihre Kosten profilieren und bereichern will, verzichten Sie auf die Rolle als Arbeitnehmer. Nachfolgend ein paar todsichere Tipps, bei deren  Befolgung Sie sicher keinen Job erhalten.»

Erstens

Sie haben keinen Karriereplan. Sehr gut! Sie haben keine Vorstellung was Sie am liebsten tun möchten und Sie haben keine Idee, was Sie einmal verdienen möchten oder ob Sie eine Führungsfunktion einnehmen wollen – oder eben nicht und was Sie bereit sind, für einen höheren Lohn oder eine anspruchsvollere Position zu leisten.

Zweitens

Im Zentrum steht das Gehalt. Sie wissen zwar nicht, was Sie arbeiten wollen, doch in Sachen Lohn sind ihre Vorstellungen astrein. Unter 10’000 (zehntausend) geht gar nichts. Ab 10T beginnt die Arbeit Spass zu machen, darunter ist es reines Überleben – das geht gar nicht.

Drittens

Nur nicht auffallen. Wer auffällt, dem halsen sie nur mehr Arbeit auf, wer auffällt, fällt negativ auf, daran erinnert man sich. Wer nicht auffällt, hat keine Probleme.

Viertens

Bloss nicht weiterbilden. Weiterbildung kostet Zeit und Geld und bringt für die Arbeit praktisch nichts. Wer sich weiterbildet, ist ein Streber und fällt auf. Wer clever ist, der lernt bei der Arbeit genug und fragen kostet ja nichts. Nur nicht zu oft fragen, das fällt auf.

Fünftens

My Home is my Castle. Für Sie ist klar, so schnell wie möglich ein eigenes Haus. Flexibilität sicher, jedoch alles in einem bestimmten Rahmen. Und wenn da Familie kommt, ist das Haus schon bereit.

Sechstens

Sie wissen es besser. Dort, wo Sie zusagen, gewinnt die Firma Know-how. Sie haben Erfahrung, Sie haben den Überblick, dank Ihnen geht es aufwärts. Und wenn nicht, sind die Andern zu dumm für Sie. Nix wie weg.

Siebtens

Schuld sind die Andern. Dank Ihrer Souveränität könnten Entscheide schneller gefällt und damit die Produktivität entscheidend verbessert werden. Leider können Ihnen die Meisten nicht folgen, deshalb sind Sie wählerisch und lassen sich nicht von jedem Erstbesten anstellen.

Falls Sie mit keinem der oben aufgeführten Tipps etwas anfangen können, sind Sie jobgefährdet. Sie müssen damit rechnen, dass man Sie anstellt und -welch Oberpech- unter Umständen in höhere Positionen weiterempfiehlt. Sollten die Tipps in Ihnen bekannte positivzwiespältige Gefühle wecken … marktwärts hilft weiter.

Unternehmenskultur: Apfel und Banane

Heinz Mauch am 11. Januar 2016 um 17:09

Wer Äpfel und Bananen in derselben Früchteschale aufbewahrt, muss sich nicht wundern, dass die Bananen relativ schnell altern und Flecken bekommen. Äpfel geben viel Ethen (Ethylen) an die Umwelt ab und bewirken dadurch die raschere Alterung der Bananen.

Vielleicht liegt es einfach in ihrer "Natur", wenn zwei MitarbeiterInnen Probleme miteinander haben. Der Umgang mit solchen Situationen kann gelernt werden und am Ende allen Beteiligten etwas bringen.

Vielleicht liegt es einfach in ihrer „Natur“, wenn zwei MitarbeiterInnen Probleme miteinander haben. Der Umgang mit solchen Situationen kann gelernt werden und am Ende allen Beteiligten etwas bringen.

So könnte man vielleicht auch mal das Verhältnis von Menschen sehen, die miteinander am Arbeitsplatz funktionieren müssen. Vielleicht trifft da im übertragenen Sinne auch hie und da mal ein „Apfel“ auf eine „Banane“ und die „Banane“ altert dann ziemlich rasch. Solche Erfahrungen haben die meisten von uns bereits gemacht. Entweder haben wir bei anderen wiederholt „alt ausgesehene“ oder wir selber haben dafür gesorgt, dass der Andere bei uns alt aussieht. Man kann dann natürlich aufwendig mit Coachings versuchen, die Situation zu bereinigen. Bringen tut es nichts. Wir müssen akzeptieren, dass es einfach sein kann, dass zwei einander nicht guttun, weil ihre „Natur“ nicht dafür gemacht ist,, miteinander (in derselben Schüssel) auszukommen.

Das heisst, wenn sich nach 2, 3 Vorfällen keine Beruhigung der Situation einstellt, dann müssen die beiden getrennt werden.

Es kann jedoch auch sein, dass es einer „Banane“ guttut, wenn sie eine zeitlang mit einem Apfel zusammenarbeiten muss. Die „Banane“ wird in Gegenwart des Apfels schneller reif und kann so im eigenen Arbeitsfeld reüssieren. Doch muss klar sein, dass eine rechtzeitige Trennung unbedingt notwendig ist, damit die Banane nicht zu sehr Schaden nimmt. Unerfahrene „grüne“ Mitarbeiter können auf diese Weise rascher an die „Realitäten“ einer Arbeit herangeführt werden und so von den gemachten Erfahrungen in kurzer Zeit profitieren.

 

marktwärts

Es ist wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, wer, welcher Typ Mensch, für einem selber der „Apfel“ ist und für wen man selbst ein Apfel ist, der solche Reaktionen auslöst. Daraus gilt es dann, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen und entweder betriebsintern umzustellen und damit gewisse Konstellationen zu verändern oder dem Mitarbeiter oder sich selber die Kündigung und den Austritt nahezulegen.

Die Rücksichtnahme auf natürliche Wechselwirkungen und die Anerkennung derselben verhindert lange Konflikte und führt zu einem angemesseren Umgang mit den Vorgesetzten und Mitarbeitern. Es ist das Anerkennen, dass etwas einfach so ist, wie es ist und dass es deshalb nur befreiend ist, wenn man sich aus der Beziehung löst. Die Erarbeitung von Alternativen und möglichen Perspektiven erhält so eine motivierende Komponente und setzt Energie frei, die ansonsten einfach von der „altmachenden“ Beziehung „aufgefressen“ wird. Wie man das macht, kann man bei marktwärts lernen und trainieren.

Optimiert Weihnachten

Heinz Mauch am 5. November 2015 um 10:27

Und bereits ist sie wieder überall gegenwärtig – die Weihnachtszeit. Wie viel Energie wird alljährlich in die Durchführung einer einigermassen zufriedenstellenden Weihnachtsfeier investiert? Und wie oft bleibt danach das schale Gefühl, es wieder nicht ganz optimal hingekriegt zu haben? Das muss nicht sein.

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Bernd Strauss, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre kennt die Lösungsansätze, welche die Beschäftigung mit dem Phänomen „Weihnachten“ auf eine ganz neue Ebene stellt. Die Vorstellung der wirkungsvollsten Werkzeuge für eine nutzbringende Umsetzung der mit dem Weihnachstfest verbundenen Projekte bringt rasch die notwendigen Einsichten.

Weihnachtszielplanung, bedürfnisgerechte Geschenkwunschermittlung, kalorienoptimale Guetzliproduktion, Weihnachtskarten-Portfolioanalyse, Geschenkbudgetanalyse undundund… Endlich wird das Thema auf einem angemessenen Niveau auch für Laien leichtverständlich ausgelotet und mit sofort praktisch umsetzbaren Tipps in das reale Leben integriert.

Der „Case Family Gutenburg“ (2 Erwachsene, 2 Kinder) dient als Referenz für die diversen Problemfelder, welche für eine erfolgreiche, besinnlich maximierte Weihnachtsfeier gelöst werden müssen. Wer Weihnachten emotional sinnvoll in die eigene Lebensführung verorten will, erhält mit dem vorliegenden Werk eine Grundlage für zukünftig allseitig erfolgreichere Festdurchführungen.

Buch: Optimiert Weihnachten, Bernd Strauss, Gabler – GWV Fachverlag GmbH, Wiesbaden
PS: Und wem das Ganze irgendwie nicht ganz geheuer ist, weil er/sie betriebswirtschaftliche Problemlösungsansätze für sein Privatleben als nicht adäquat betrachtet, erhält die Gelegenheit zu entdecken, dass es auch bei ihm/ihr an der Zeit geworden ist, das eigene Leben betriebswirtschaftlich-kritisch zu hinterfragen. Dabei muss einem das Lachen nicht vergehen, es darf dazwischen einfach hie und da heilsam im Hals stecken bleiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karriere und Bildung

Heinz Mauch am 11. August 2015 um 08:26

oder: Die Möglichkeiten des Zuversichtlichen

Schon der Grossvater hatte diese Stelle bekleidet und gewissenhaft gearbeitet, dasselbe hatte der Vater getan und genau so arbeitet auch der Sohn. Die Arbeit als Portier im Freudenhaus war zwar nicht angesehen, sie brachte jedoch genug Verdienst, um die Familie durchzubringen. Es war eine vielfältige, anspruchsvolle und diskrete Arbeit. Besucht wurde das Freudenhaus von Paaren verschiedenen Alters aus den etwas entfernteren grösseren Orten  meist nur für eine Nacht.

Genau wie der Grossvater und der Vater konnte auch der jetzt aktive Sohn weder lesen noch schreiben. Das war in diesem Beruf auch nicht wichtig. Was man wissen musste, behielt man im Kopf, Zettel waren unnötig. Da kam es, dass der langjährige Geschäftsführer des Etablissements starb und ein Nachfolger gesucht werden musste. Man fand einen jungen, überaus gut ausgebildeten und ambitionierten jungen Mann, der mit seinen innovativen Strategien die Besitzer des Freudenhauses überzeugte. Er wurde eingestellt und begann alsbald mit einer vollständigen Renovation und Neustrukturierung der Liegenschaft. Dann rief er alle Angestellten des Hauses zusammen und erklärte Ihnen, welche Funktion sie in Zukunft innehaben sollten und welche Tätigkeiten damit verbunden seien. So hatte auch der Portier seinen Termin beim neuen Chef. Dieser teilte ihm mit, dass er neben der angestammten Tätigkeit eine Liste darüber zu führen habe, wie viele Paare jeden Tag eintreffen, und wie viele Besuche pro Woche stattfinden. Dazu habe er jedes fünfte Besucherpaar zu befragen, wie sie mit der gebotenen Dienstleistung zufrieden seien und welche Verbesserung aus ihrer Sicht angebracht wären. Die Resultate der Befragungen hätte er dann wöchentlich ihm, dem Chef, vorzulegen.

Unser Portier geriet ins Zittern und stammelte, dass er das alles selbstverständlich gerne tun würde, doch leider könne er, genau wie schon sein Grossvater und sein Vater, weder lesen noch schreiben. Der junge Chef reagierte umgehend und teilte dem Portier mit, dass er nicht noch jemanden extra für die Listen einstellen könne. Er müsse ihm deshalb künden und werden einen Portier suchen, der lesen und schreiben könne. Der Geschäftsführer entliess den Portier und gab ihm noch eine Abfindung, die ihm eine gewisse Zeit helfen würde, bis er wieder eine Arbeit gefunden hätte.

Für unseren Portier brach eine Welt zusammen. Er hatte sich nie vorstellen können, in eine solche Situation zu geraten. Schweigend packte er seine wenigen Sachen und nahm das Geld, das ihm der Chef zum Abschied reichte. Als er das Haus verliess, fragte ihn eines der Zimmermädchen, wer denn nun all die kleinen Reparaturen ausführen werde. Beschädigte oder kaputte Schranktüren, Abflüsse und Bettgestelle hatte er immer rasch und zweckmässig repariert und alles Personal schätzte diese Arbeiten, die v0n ihm einfach so nebenher verrichtet worden waren, jedoch nicht in sein Pflichtenheft gehört hatten. Auf dem Weg nach Hause ging ihm diese Frage durch den Kopf und er dachte sich, ich kaufe mir mit der Abfindung etwas Werkzeug und frage dann und wann nach, ob es im Hause etwas zu reparieren gibt. Vielleicht bringt mir das ja etwas ein und ich gewinne Zeit, bis ich wieder eine Stelle habe.

Im Dorf gab es kein Verkaufsgeschäft für Werkzeug, er müsste mit einem geliehenen Maultier zwei Tage bis in die nächste Stadt reisen, um sich die Werkzeuge zu besorgen. Das mache ich, dachte der Exportier und reiste los. Nach vier Tagen kam er mit einem vollen Werkzeugkasten zurück. Die Leute staunten nicht schlecht, als sie ihn mit der Kiste sahen. Er war kaum richtig zu Hause angekommen, da klopfte es an der Türe. Ein Nachbar stand draussen und fragte ihn, ob er sich einen Hammer ausleihen könne, er hätte keinen und wäre froh … Er erhielt den Hammer und versprach, diesen am nächsten Tag wieder zurück zu bringen. Am nächsten Tag kam der Nachbar wieder und meinte, er würde den Hammer länger brauchen, ob er diesen nicht kaufen könne. Der Nachbar bot einen guten Preis, der die Reise in die Stadt und den Kauf eines Hammers deckten und so überliess ihn unser Exportier diesem Nachbarn. Das sprach sich herum und bald schon tauchten immer mehr Leute aus dem Dorf auf, die Werkzeug benötigten. Manchmal brachten sie es zurück und gaben etwas dafür, meistens kauften sie das Werkzeug zu einem guten Preis. Unser Exportier machte sich Gedanken und beschloss, ein Zimmer frei zu machen und dort die Werkzeuge zu lagern, die er nun schon ziemlich regelmässig in der Stadt einkaufte. Es sprach sich herum, dass man bei ihm gutes Werkzeug kaufen und ausleihen konnte und so kamen immer mehr Leute auch aus den Nachbarorten und kauften bei ihm ein.

Unser Exportier sprach mit dem Schmied und dem Schreiner und brachte beide dazu, bei der Werkzeug-herstellung mitzumachen. Der Schmied machte Hammerköpfe und andere Metallteile und Werkzeuge, der Schreiner produzierte die Stiele und Griffe für die Werkzeuge. Die Beiden wurden immer besser in der Art, wie sie Werkzeuge herstellten und waren froh, dass der Verkauf so reibungslos funktionierte. So musste unser Exportier nur noch für ganz spezielle Sachen in die Stadt reisen. Da er dabei für den Schmied und den Schreiner auch gleich Einkäufe erledigen konnte, fuhr er mit dem Wagen, den sich die Drei teilten.

So kam es, dass alle Bewohner im Umkreis von einer Tagesreise ihre Werkzeuge beim Exportier kauften und der Schmied und der Schreiner Leute einstellen mussten, um der Nachfrage gerecht zu werden. Beim Schmied kamen neben den Werkzeugen noch Schrauben und Nägel hinzu und der Schreiner entwickelte eigene Möbel, die ebenfalls vom Exportier verkauft wurden. Das Geschäft weitete sich aus und gedieh. Nach gut zehn Jahren war aus dem Exportier ein schwerreicher Eisenwarenhändler geworden und Schmied und Schreiner waren in ihrem Metier erfolgreiche Lieferanten. Das hatte dem Dorf Wohlstand gebracht und der Exportier und nunmehrige Eisenwarenhändler beschloss, eine Schule zu stiften, damit die Kinder lesen und schreiben lernen könnten. Dieses Vorhaben wurde von der Gemeindeverwaltung mit Freude zur Kenntnis genommen und nach dem Bauabschluss und dem Bezug wurde ein grosses Fest veranstaltet. Der Bürgermeister hatte das Ehrenbuch der Gemeinde mitgenommen und forderte nach dem Festmahl den Eisenwarenhändler auf, sich darin zu verewigen.

„Nichts täte ich lieber!“, sagte der Eisenwarenhändler, doch kann ich weder lesen noch schreiben, deshalb habe ich diese Schule initiiert.“ Der Bürgermeister stand mit offenem Mund vor dem honorigen Mitbürger und meinte, nachdem er wieder zu Luft gekommen war, „Sie haben ein Industrieimperium aufgebaut, sie verdienen Millionen – und sie können weder schreiben noch lesen …? Da staune ich aber! Das heisst ja, wenn sie auch noch schreiben und lesen könnten, dann hätten sie ja noch viel mehr …“ „Wenn ich in meiner Jugend schreiben und lesen gelernt hätte“, sagte der Millionenunternehmer zum Bürgermeister, „dann wäre ich wohl immer noch Portier im Freudenhaus mein Lieber.“  (Nacherzählung nach einer talmudischen Geschichte, angestossen durch Jorge Bucky, Buch: „Komm ich erzähle dir eine Geschichte“)

Querdenker und Querulanten

Heinz Mauch am 1. Juni 2015 um 10:24

Querdenken ist hip. Nun soll auch an der diesjährigen Suisse Emex dieser Bereich seinen angemessenen Platz erhalten. Mit Karem Albash zeichnet ein profilierter Querdenker für das Emex-Angebot mitverantwortlich.  Im Bericht taucht das Wort „Querulant“ auf. Im Unterschied zum Querdenker ist der Querulant einer, der sich „aus Prinzip ohne höhere Absicht“ quer stellt. „Das braucht weder besondere Fähigkeiten noch ist es geistreich“, meint Albash im Bericht. marktwärts fordert geistreiche Querulanten! (Quelle Marketing & Kommunikation 5/15, S. 58)

Die Etikettenvergabe von „Querdenker“ und „Querulant“ ist so eine Sache. Während ich mich selber als Querdenker bezeichne, finden andere, ich sei ein Querulant und wolle mich einfach aus Prinzip quer stellen.

Immer noch geht es um eine „ideale Welt“. Eine Welt, die möglichst reibungslos funktioniert und die den Menschen möglichst alle Möglichkeiten bietet, sich zu entfalten. War das früher mal der transzendente „Himmel“, so ist es heute die Zeit nach der Pensionierung oder die gelungene Karriere. Einfach die „Orte“, wo man hin will und wo das „gute Leben“ stattfindet. Als Querdenker stelle ich diese Entwürfe in dem Moment in Frage, wo sie „für Alle“ gelten sollen. Man muss die Menschen zu ihrem Glück zwingen. Früher gab es Zwangsbekehrungen und wer nicht wollte, den wollte man auch nicht mehr. Heute laufen wieder ähnliche Programme und das scheint mir kein Zufall zu sein. Eine Welt, die so umfassend den Menschen als nützlich und wertvoll (und damit richtig oder falsch) definiert, so lange er arbeitsmässig (ökonomisch) funktioniert, muss sich nicht wundern, wenn als Gegenentwurf ein ebenso rigoroses System blutig vor Augen führt, wie man mit Querdenkern und Querulanten umgeht.

Es ist ein Spiegel, der reflektiert. Das Falsche im Spiegel reflektiert das Falsche vor dem Spiegel. Die Zerstörung des Spiegels löst gar nichts. Querulanten sind mühsam, ärgerlich und nicht konstruktiv. Querdenker sind optimierte Querulanten. Sie verbessern die Produktivität und damit eine Welt, welche die zeitgemässe Art der Produktivität unterstützt. Wo sind die Querdenker, die fragen, wie man seinen Umsatz und sein Wachstum wirkungsvoll verringern kann. Wie man Leute beschäftigt, die vom Profil her nicht passen. Wo sind die Querdenker, die bereit sind, noch von den Querulanten zu lernen? Ist einer, der sagt, dass er einen Tag in der Woche sein Smartphone nicht einschaltet ein Querdenker? Ein Querulant? Oder einfach ein Trottel, weil er genau an diesem Tag den entscheidenden Input verpassen könnte?

Treue als Marktwert

Heinz Mauch am 25. März 2015 um 17:07

Einmal mehr beschäftigt sich die Publikation „impact“ von publisuisse mit einem grundsätzlichen Thema. Es geht um Treue in Zeiten, wo die Individualisierung weiter voranschreitet und sich der/die Einzelne scheinbar immer unabhängiger von seinen Zeitgenossen mit dem Notwendigen und Nützlichen versorgen kann. Was bedeutet Treue in solchen Zeiten noch?

Treue Markentreue, Kunden, Fans, Kundenbindung

In Zeiten, wo der Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung weiter wächst, in Zeiten der wachsenden Möglichkeiten braucht der Mensch auch Halt und Sicherheit. Treue kann wie ein Anker wirken. (Hintergrundtext zum Thema von Mia Hofmann) Nach der „hintergründigen“, lesenswerten Beschäftigung mit dem Thema geht es dann um Marken und deren Aufbau beziehungsweise deren Pflege im Blick auf den Kunden. Gesucht ist „Markenliebe“ „mögen“ reicht nicht mehr. Der altbackene Begriff Treue wird zu einem Schlüsselwort in Sachen Vermarktung und Werbung. Markenliebe kennt 6 Kategorien: 1. die selbstwertsteigernde; 2. die hedonistische; 3. die innere-Harmonie-erzeugende; 4. die selbstbestimmende; 5. die leistungssteigernde; 6. die bewahrende Markenliebe. Ein Produkt trifft auf eines dieser sechs Motivationsfelder und verstärkt es, deshalb wird es gewählt. Und selbstverständlich kann eine Marke nicht einfach einem dieser Felder zugeordnet werden. Liebe und damit Treue für ein und dasselbe können ganz verschiedene Ursachen haben. (Gesundheit, Erinnerung, Selbstwert etc.)

Der Mensch ist nicht grundsätzlich treu. Er ist treu, weil er davon etwas hat oder sich davon etwas verspricht. Das gilt für Beziehungen genau so wie für Waren und Dienstleistungen. Wie erreicht ein Unternehmen Treue beim Kunden? Diese Antwort ist einfach und schwer zugleich. Unternehmen, die – genau wie Persönlichkeiten – für ihr Angebot hinstehen und authentisch wirken. Unternehmen, die selber davon begeistert sind, was sie anbieten und die sich gerne vom Kunden belehren lassen, was noch alles besser gemacht werden könnte. Unternehmen (ganz gleich ob ganz klein oder ganz gross), die durch ihre Art der Kommunikation Konstanz, Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit transportieren und mit Respekt nach innen und aussen ihre Werte vertreten. Unternehmen stehen für mehr als nur für ihr Angebot. In einer immer vernetzteren Welt wird es zunehmend wichtig, sich bewusst zu werden, ob die eigenen Ansprüche und die kommunizierten Werte in der Wertschöpfungskette repräsentiert werden. (Wohlfühlmode hier und Kinderarbeit dort wird zunehmend ein Problem/ Lässig-lockere Dienstleistungen und hoher Druck auf die MitarbeiterInnen bleibt nicht mehr verborgen)

Treue ist im besten Sinne ein konservativer Begriff. Unternehmen und Menschen, die marktwärts leben, üben sich darin, Treue zu ermöglichen. Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit und Offenheit stehen dann für faire, zeitgemässe Strukturen, respektvollen Umgang nach innen (mit sich selber) und nach aussen und stetige Veränderungs-bereitschaft (Innovation, Lernfreude). So macht es Freude, unternehmerisch tätig zu sein und die Kundschaft dankt es einem, weil sie sich nicht einfach still verabschiedet, sondern reklamiert und damit die Chance schafft, Treue zu ermöglichen.

 

Gläserne Decken – Boxenstopp

Heinz Mauch am 25. Februar 2015 um 10:54

Manager zwischen 40 und 50 sind häufig unzufrieden. Viele von ihnen haben den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht und müssen erkennen, dass die berufliche Weiterentwicklung nicht oder kaum mehr so geradlinig weitergeht wie bis anhin. Was tun? Artikel Frankfurter Allgemein Zeitung

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Bild dpa-f.a.z

Der Traum von der Karriere ist eine feste Grösse in unserer Leistungsgesellschaft. Das eigene Selbstwertgefühl wird schon fast durchwegs vom beruflichen Fortkommen bestimmt. Erfolgreiche bestimmen, was wichtig ist, wohin es geht und wie es gemacht wird. Die Medien verbreiten die Geschichten dieser „Macher“ und „Bestimmer“ und zementieren damit den Wert, den diese gesellschaftlich erhalten. Dieses Muster wird dann an die nachwachsende Generation weiter gegeben, damit es die eigenen Kinder dann eben „noch besser haben, als wir es gehabt haben“.

Nur, die Realität ist nicht ganz so eindeutig. Das „Leben“ hält sich oft nicht an die vorgegebenen Prioritäten. Aussehen, Intelligenz, Herkunft tragen oft Mängel in sich, die nur mit viel Aufwand überwunden werden können. Einige schaffen es und sind dann Beispiele dafür, dass es „jede/r“ schaffen kann, wenn sie/er nur will. Und tatsächlich, wir leben in einer Gesellschaft, die Möglichkeiten bietet, wie sie noch nie vorhanden waren. Aus- und Weiterbildungen sind zu einer eigenen Industrie geworden und bieten eine Vielfalt an Möglichkeiten. Der Mensch als Lernwesen von Kindesbeinen an und möglichst bis hin zur Bahre, das eröffnet Möglichkeiten und Einkünfte.

Diese Entwicklung ist nicht nur deshalb anspruchsvoll, weil wir immer unbedingter mehr offizielle Abschlüsse brauchen, um in unseren Leben weiter zu kommen. Sie ist deshalb anspruchsvoll, weil sie den Menschen mehr und mehr funktionalisiert und jeglichen Zweifel „am Ganzen“ rigoros als  Zeit- und damit als Lebensverschwendung taxiert. Die auch dem Menschen innewohnende Eigenschaft, älter zu werden, führt mit zunehmenden Jahren zu ketzerischen Fragen „am Ganzen“ und damit zu Irritationen, was die eigenen Lebensvorstellungen betrifft. Davon betroffen ist nicht nur die Beziehung zu sich selber, sondern Beziehungen grundlegend (Partnerin, Familie, Freunde, Kollegen). Es lohnt sich deshalb, von Zeit zu Zeit einen „Boxenstopp“ zu machen und sich einen Überblick zu verschaffen, wo die „Treiber“, „Hemmer“, „Förderer“ und „Verhinderer“ im eigenen Leben stecken und welche Perspektiven sich da noch auftun könnten.

Mit solchem Verhalten wird die Selbstwahrnehmung geschult und die Fähigkeit zur Distanzierung trainiert (diese taucht im Arbeitsalltag meist als blanker und verletzender Zynismus auf. Marktwärts leben heisst, sich selber und sein Umfeld immer wieder kritisch anzuschauen und dabei die Werte zu entdecken, die für einem selber und die Mitwelt förderlich sind. Wenn Zynismus dann mit der Zeit von einem weiten Humor abgelöst wird, stimmt die Richtung. Und diese muss, genau wie mit dem fachlichen Lernen für den Beruf  „bis zur Bahre“ gepflegt werden.