Kontrolle versus Selbständigkeit

Die totale Überwachung von Mitarbeitern ist längst keine negative Utopie mehr, wie sie George Orwell oder Dave Eggers in ihren Romanen heraufbeschwören. Unternehmen können bereits jetzt die Aktivitäten ihrer Angestellten rundum erfassen. Wissenschaftler warnen vor Missbrauch. Quelle: Springer Professional

Wirtschaft ist genau so paradox, wie das restliche Leben. Da wird zum einen immer wieder auf das möglichst selbständige, eigenverantwortliche Arbeiten hingewiesen, wie es auch von marktwärts propagiert und trainiert wird, und dann tauchen immer wieder solche Meldungen auf, welche deutlich machen, dass wir nur vordergründig in einem „freiheitlichen“ Zeitalter leben. Es gibt sie nach wie vor, diese Typen, die nur dann glücklich sind, wenn sie kontrollieren können. Und zwar möglichst lückenlos. Kontrolle als Element der Wahrnehmung dessen, was an delegierten Aufgaben welchen Bearbeitungsstand hat, macht Sinn und kann ohne Druck und „Chefgehabe“ routiniert in den Arbeitsalltag integriert werden. Es wird immer wieder vergessen, dass auch Vorgesetzte „nur“ Menschen sind, mit jeweils eigenen Defiziten. Gerade in solchen Situationen sind selbständige Mitarbeitende eine wichtige Voraussetzung für eine ausgeglichene, positive Kultur. Führung von unten im Sinne der „Sicht für das Ganze von Mitarbeitenden“ ist eine nicht zu unterschätzende Qualität für den Unternehmenserfolg. Überwachung sorgt zwar für „Ruhe und Ordnung“ jedoch auch für weniger intelligente Entscheidungen in komplexen Zeiten.

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