Unternehmerisch leben – aber klar doch

Die Universitäten müssen sich zu einer Versammlung der unternehmerischen Avantgarde wandeln mit Professoren, die sich ihre Lehrstühle zum Teil selber erwirtschaften, und mit Studenten, die aus der Universität heraus ihre Unternehmen starten. Gesucht ist der Staatsbürger als Unternehmer und Künstler, der durch eine Kultur der Entrepeneurship eine intelligente Umgestaltung unserer Lebensgrundlagen umsetzt.                                                                                                Quelle: Entepeneurship, Wie aus Ideen Unternehmen werden. Günter Faltin, Sven Ripsas, Jürgen Zimmer 1998

Alles schön und gut und alles ziemlich spät und dazu noch elitär. Im Buch wird davon geschrieben, dass über 90% der Unternehmen KMUs sind. Von diesen KMUs sind wieder ein Grossteil wirkliche Klein- (10 – 20 MA) und Kleinstbetriebe (1 bis 5 MA). Welche Art von Wissen, welche Art von Vernetzung macht dort Sinn? Unternehmer sind Menschen, die nicht einfach in „Bildungssysteme“ passen und die mit Wissen sehr selektiv umgehen. (Ich muss das wissen, was ich für meine Zwecke brauchen kann) Ausnahmen sind auch hier die „Alleswisser“ und „Alleskönner“.

Meiner Meinung nach muss die Ausrichtung auf einen unternehmerischen Lebensstil viel früher einsetzen. Viele unternehmerische Leute stammen aus Familien mit unternehmerischer Tradition. Sie haben von klein auf gelernt, dass man „so“ sein Leben gestalten kann und welche Vor- und Nachteile sich damit verbinden. Die Ermutigung „unternehmerisch“ zu Leben, das heisst, Eigeninitiative zu entwickeln, aus „Versuch und Irrtum“ Schritt um Schritt etwas zu entwickeln, in Möglichkeiten zu denken und nicht nur in Problemen muss so früh wie möglich einsetzen und von Bildungsinstitutionen auf jeder Stufe gefördert werden.

Die Umwertung von Lebensvollzügen als „Lohnempfänger und Konsument“ zur/zum selbstengagierten und risikobereiten Zeitgenossin / Zeitgenossen ist eine Option, die viel breiter diskutiert werden sollte. Schule, Politik, Wirtschaft und Hochschulen sind gefordert, den Umbau einer mehrheitlich passiven Konsumgesellschaft in eine „unternehmerische“ Gesellschaft zu thematisieren und voran zu treiben. Wenn dabei UnternehmerInnen auch als (Lebens?)KünstlerInnen gesehen werden können wird deutlich, welche Dimensionen im Thema verborgen liegen. Projekte wie Startfeld und WTT Young Leader Award zeigen, dass die Hochschulen sich bewegen. marktwärts – weiter so.

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